Warum ausgerechnet Latein?

Die Römer schufen ein Imperium. Und wenn sie auch den Stürmen der Geschichte weichen mussten - sie haben uns Vieles hinterlassen:

Oft hört man, Latein sei eine tote Sprache...
Dem wollen wir energisch widersprechen, denn auch wenn sie keines Menschen Muttersprache mehr ist, so ist sie doch allgegenwärtiger, als Vielen bewusst ist. Vor allem in der Werbebranche ist Latein schon seit Jahrzehnten eine feste Größe, wenn es um neue Produktnamen geht:

  • So verspricht ein Fahrzeug der Marke VOLVO wörtlich: "Ich rolle."
  • Wenn du Tandemliebhaber bist, dann gehörst du zu jenen, die "endlich" ein Fahrrad für Zwei nutzen können.
  • Der Discounter PLUS versichert mit seinem Namen, dass man dort "mehr" kaufen kann.

 

Und so gibt es ungezählte Beispiele für die Lebendigkeit des Lateinischen.
Wie es bei dieser Lebendigkeit der Sprache geblieben ist, liest du auf den folgenden Seiten:


Die Sprache
(... und sie ist nicht „die Rache der Römer an den Germanen für die Niederlage im Teutoburger Wald")
Latein ist eine formenreiche, sehr strukturierte und zugleich logische Sprache. Sie zu verstehen, verlangt sorgfältiges Beobachten, Nachdenken und Entschlüsseln.

  • Latein lernen fördert das logische Denkvermögen.
  • Latein lernen verbessert die Deutschkenntnis.
  • Latein lernen fordert Konsequenz und fördert sie gleichzeitig.

Die „neuen" Sprachen
Italienisch, Spanisch, Portugiesisch, Französisch, ja sogar Englisch sind Sprachen, die eine großen Teil ihres Wortschatzes und ihres Aufbaus aus dem Lateinischen „geerbt" haben. Und viele andere europäische Sprachen haben strukturelle Ähnlichkeiten zum Lateinischen.

  • Latein lernen erleichtert das Lernen der „Nachfolgersprachen".
  • Latein lernen erleichtert auch den Zugang zu slawischen Sprachen (z.B. Russisch).

Das Staatswesen
Verwaltung und Rechtswesen der Römer wurden als erfolgreiche Institutionen von den europäischen Herrschern weitergeführt und -entwickelt.

  • Noch heute gilt der römische Rechtsgrundsatz „In dubio pro reo" - „Im Zweifel für den Angeklagten".
  • Die Ausbildung der Rechtswissenschaften ist das Verdienst römischer Juristen.
  • Die komplizierten Aufgaben der Verwaltung des Römischen Reiches führten zur Veröffentlichung von Gesetzbüchern, die Vorbild für spätere Staaten wurden.

Die Kultur
Die Kultur der alten Griechen und Römer wurde von den Menschen aller folgenden Epochen aufgenommen:

  • Sagen dienten und dienen als Motiv für Gemälde, Skulpturen und literarische Werke (z.B. Shakespeares „Sommernachtstraum").
  • Elemente der Architektur findet man in bedeutenden Bauwerken wie der Isaakskathedrale (St. Petersburg, 19. Jh.), dem Capitol (Washington, 19. Jh.), der Göltzschtalbrücke (Sachsen, 19. Jh.) und vielen anderen.

Die Wissenschaften
Die bedeutendsten Wissenschaftler der Antike waren Griechen (z.B. Pytha­goras, Archimedes, Euklid, Thales ...).
Und zahlreiche Schriftsteller in Griechenland und später auch in Rom haben Theaterstücke, Reise­beschreibungen, Gedichtwerke, Biographien und vieles mehr veröffentlicht. Die (katholische) Kirche - das Christen­tum war im 4. Jh. n. Chr. zur römischen Staatsreligion erhoben worden - bewahrte auch nach dem Ende des Römischen Reiches Sprache und Schrifttum der Antike. Sie öffnete die ersten Schulen und Universitäten in Europa, und so wurde Latein die Sprache der Wissenschaft.

  • Latein lernen hilft Fremdwörter zu verstehen.
  • Latein lernen erschließt wissenschaftliche Fachbegriffe.
  • Latein lernen führt ein in wichtige Techniken der geistigen und wissen­schaft­lichen Arbeit.
  • Für viele Studienrichtungen ist das Latinum eine Zugangs- oder Prüfungsvoraussetzung.

Mal ganz abgesehen von diesen vielen vernünftigen Gründen macht Lateinlernen vor allem ganz viel Spaß - wenn Du willst, mach mit!

"Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen."  I. Kant

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